Die Gründerzeit um die vorletzte Jahrhundertwende herum: was für eine euphorische Zeit, als alles im Aufschwung war, als es noch Entdeckungen (hic sunt dracones!) zu machen gab, als neue Technologien noch sichtbar, hörbar, fühlbar und riechbar waren! Dampfeisenbahn, Unterseekabel für Telegrafie, große Fabrikationsanlagen, mechanische Wunderwerke! Wieviel schöner ist es, Technologie anfassen zu können, sie mit allen Sinnen zu erleben, als vor einer Kiste voller Elektronik zu sitzen, unsinnige Zeichenkombinationen hineinzuhacken und völlig abstrakte Ergebnisse herauszubekommen.
Nur mal angenommen... Sie sind eine Frau, leben in Deutschland im Jahr 2018 und es ist Mai: der Monat der Liebe, der aufblühenden Natur, der trällernden Vöglein! Und Sie wollen heiraten, eine Familie gründen, glücklich sein bis daß der Tod Sie scheide.
Klingt soweit gut. Können Sie sich aber vorstellen, daß Sie in vielen Ländern heute noch zwangsverheiratet würden? An einen Mann, den Sie nicht kennen geschweige denn mögen, der viel älter ist als Sie, der Sie ausnutzt und schlägt?
Meine kleine Wörterwerkstatt
Solide Handwerkskunst als Marketingkniff: was mit gewaltigem Körpereinsatz und viel Schweiß hergestellt wird, muß einen hohen Wert haben.
Soweit ist ja alles richtig. Aber kürzlich entdeckte ich die „Zimmerschmiede“ - die sich als schnöde Immobilienmakelei entpuppte. Auch eine Fahrradschmiede und sogar eine Weinschmiede gibt es. Aber mal ehrlich: sehr bekömmlich dürfte geschmiedeter Wein nicht sein, ganz abgesehen vom Beigeschmack nach Schmiedschweiß. Und wer wollte gerne ein geschmiedetes Fahrrad über die Straßen wuchten!
Nur mal angenommen... Sie gehören auch zu den Leuten die immer sagen „früher war alles besser"
Haben Sie mal überlegt, daß dann ja heute alles nicht mehr so gut und morgen sogar noch schlechter sein muß?
Machen Sie eine Liste: was war früher besser? Was ist heute besser? Sie werden erstaunt sein...