Einst trug es sich zu, daß ein junger Ritter auf der Suche nach Abenteuern in einen finsteren Wald kam, wo er eine noch viel finsterere Höhle entdeckte. Aus dem schwarzen Schlund der Höhle kräuselte sich blauer Rauch und zog in wunderschönen Ringen gen Himmel.
Der Ritter, Ottokar der Hübsche genannt, schüttelte seine schwarzglänzende Lockenpracht und sprach „wer wohl in dieser Höhle solch kunstfertigen Rauch ausstößt? Ich muß es wissen!“ Und er schnallte sich Taschen, Mantel und alle Bedenken ab und ließ sie mit seinem treuen Roß im Wald zurück. Ein bißchen allein fühlte er sich schon, so ganz ohne seine Tiegel und Töpfchen, seine Salben und Duftwässerchen. Aber „Nur wenn du auf Abenteuersuche gehst, wirst du eine Prinzessin finden, die dich heiraten will!“ hatte seine Mutter gesagt. Ottokar wollte gar keine Prinzessin, aber davon wollte seine Mutter nichts hören. Mit gebieterischer Miene hieß sie ihn, Vorbereitungen für das Abenteuer zu treffen und wies ihm schließlich den Weg zum Burgtor hinaus. Was sollte Ottokar da anderes tun, als zu gehorchen?
