Die Rauhnächte

Die Rauhnächte sind eine ganz besondere Zeit

Es sind die Tage - und vor allem die Nächte - zwischen Heiligabend und Heilig-Drei-Könige, auch Zwölfnächte genannt, an denen das Tor zur Geisterwelt besonders durchlässig ist.
Früher, als die Leute noch abergläubisch waren, durfte während der Zwölfnächte nicht gewaschen werden, nicht gekehrt, nicht gebadet - nichts durfte das Haus verlassen, womit die Geister Macht über die Bewohner bekommen konnten. Vor allem frisch gewaschene Wäsche im Garten, aber auch abgeschnittene Fingernägel und Haare, die ins Freie gelangten, oder Hautschuppen, die mit dem Kehrricht vor die Türe kamen, waren solche Dinge, auf die es die Geister abgesehen hatten. War so ein ehemaliges Teil eines Menschen erst einmal in ihrer Hand, bekamen sie die Macht, aus ihrer Geisterwelt hinüber zu kommen in unsere...
Heute sind die Tage "zwischen den Jahren" noch immer eine Zeit der Einkehr, der Besinnung.  M. Hiller Auf den Fotos zu sehen: Ein sehr unbequemes Kostüm aus alter Odenwälder Tradition: die Stoppelgans. Die Fotos stammen aus dem Nachlass von Dr. Heinrich Winter und sind dem Buch  “Odenwälder Brauchtum” von Helmut Seebach entnommen. Die Stoppelgans ist das schwierigste Kostüm der Rauhnächte-Figuren.