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Geotop des Jahres 2023: Steinbruchlandschaft Miltenberg

Eine Steinbruchlandschaft im Buntsandstein bei Miltenberg wurde im September als Geotop des Jahres 2023 vorgestellt. An der Haagsaussicht weit oberhalb Miltenbergs und der Mainschleife, auf der Abraumhalde des früheren Steinbruchs im Plattensandstein, wurde gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Kahlert und stellvertretender Landrätin Monika Wolf-Pleßmann durch Dr. Jutta Weber (Geschäftsführerin des UNESCO Global Geoparks Bergstraße-Odenwald eine neue Tafel enthüllt. Zu Gast waren zwei Ranger des Partner-Geoparks  in Hong Kong (Hong Kong UNESCO Global Geopark), die für einige Tage durch die bedeutsamen Geotope der Region geführt wurden.

Das Besondere an der Steinbruchlandschaft Haag ist ein Bremsberg. Die abgebauten Sandsteinplatten mußten vom Berg hinunter zum Main gebracht werden. Dazu gab es eine Schienenstrecke für Loren mit einer Ausweiche. Die abwärtsfahrende Lore zog die unten entladene wieder nach oben, zusätzlich mußte jedoch mit einem liegenden Bremsrad per Backenbremse reguliert werden. Herrmann Farrenkopf (von ihm werden Sie im Frühjahr 2024 weitere interessante Infos auf odenwald-redaktion finden!) berichtete, daß er eine Original-Lore vom Haag retten konnte. Diese ist nun am Bremsberg zu sehen. Er konnte auch erzählen, daß die Steinbrucharbeiter aus den umliegenden Ortschaften täglich zu Fuß kilometerweit und über zweihundertfünfzig Höhenmeter zum Steinbruch Haag gehen mußten - wie in den Steinbrüchen in unserer Gegend auch.
Drei Loren sind am oberen Ende des Bremsweges zu sehen, und Geologe Jochen Babist (Foto rechts) erläuterte die Arbeit im Steinbruch und am Bremsweg.

Noch vor dem 2. Weltkrieg stellte man um auf LKW-Transport, wobei die Waldwege im Winter durch die Steinbrucharbeiter hergerichtet wurden, wie Franz Zeller (Mainsandstein.com, Naturstein GmbH & Co. KG) berichtete, wurden die Schienen danach bald gestohlen und dienen heute in diversen Gärten als Zaun. Auch Thomas Wassum war als noch aktiver Steinbruchbetreiber anwesend.

Der Plattensandstein ist die oberste Schichtung über dem Feldsandstein (sehr quarzhaltig und spröde, wurde im Mittelalter für Mühlsteine und Sarkophage verwendet). Die tiefste Sandsteinschicht ist der Dicksandstein direkt am Mainufer, diesen bauten bereits die Römer ab.

Plattensandstein ist wenig frostsicher, wie Herr Wassum mitteilte. Daher wird er vor allem im Innenbereich verbaut.

Marieta Hiller, 18.9.23

   

Foto oben links: der Bremsweg - Foto oben rechts: Plattensandstein am Haag

 

Foto oben links: ehemalige Sprengstoffkammer im Sandstein - Foto oben rechts: feierliche Enthüllung der Tafel am Haag

Interessante Infos:

https://www.buntsandstein.de/index.php/de/erlebnisweg

https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Mainsandstein

https://www.miltenberg.de/

https://www.mainsandstein.com/

https://www.wassum-online.de/

 

17. September: Steinbruchlandschaft Haag bei Miltenberg wird Geotop des Jahres 2023

Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zeichnet in diesem Jahr die Steinbruchlandschaft Haag bei Miltenberg als Geotop des Jahres 2023 aus. Die jährlich anlässlich des Tags des Geotops gekürten Fenster in die Erdgeschichte sind Orte mit besonderer geologischer und geschichtlicher Bedeutung. Geopark-Informationstafeln erzählen nun von der Entstehung des Buntsandsteins in dem vor 245 Millionen Jahren hier  vorherrschenden Halbwüstenklima bis hin zum Abbau der Steine für Bauwerke weit über die Grenzen Miltenbergs hinaus. Die feierliche Auszeichnung, an die sich eine geologische Führung anschließt, findet am
17. September um 14 Uhr an der Haagsaussicht statt.

Miltenberger Altstadt, Aschaffenburger Schloss, Mainzer oder Frankfurter Dom: Wir bewundern die Monumentalbauten aus rotem Sandstein, die die Region bis heute prägen. Viele der Steine kamen direkt aus Bundsandsteinbrüchen am Main und im unmittelbaren Umland. Die Stadt Miltenberg selbst blickt auf eine lange Geschichte der Steinindustrie zurück: Heute weiß man, dass bereits die Römer hier Baumaterial gewonnen haben. Der Buntsandstein entstand in einer Zeit zwischen 251 und 243 Millionen Jahren, als die Region durch eine halbwüstenartige Landschaft geprägt war. Durch zeitweise wasserführende
Flüsse und Überschwemmungen haben sich große Mengen an Sand und Ton abgelagert. Die Ablagerungen sind wiederum im Verlauf vieler Millionen Jahre durch Druck und natürliche Zementation umgewandelt worden und zu Sand- und Tonstein „versteinert“. Neben dem Dickbankstandstein im unteren Hangbereich am Main wurde in Miltenberg Ende des 19. Jahrhunderts begonnen, den höher gelegenen  Plattensandstein zu erschließen und abzubauen. Zur Weiterverarbeitung musste das Material den Hang hinunter bis an den Main transportiert werden. Diese logistische Herausforderung lösten die Menschen damals mit einem sogenannten Bremsberg, einer Gleistrasse, auf der die Loren mit einem Seilzug langsam abgelassen werden konnten. Reste des Bremsbergs sind auch heute noch im Wald zu finden. An der Haagsaussicht selbst zeigt ein Aufschluss den Plattensandstein mit seinen typischen Schichtablagerungen, die jeweils bei Überflutungen entstanden sind.

Die Steinbruchlandschaft Haag verbindet Vergangenheit und Gegenwart, die Geschichte der Erde mit dem Wirken der Menschen und erfüllt damit auf eindrückliche Weise die Kriterien des Geotops des Jahres. Vom Handwerk des Steinmetzes über die Arbeit im Steinbruch bis zum Klima vor über 245 Millionen Jahren können wir hier etwas lernen. Wer mehr über das Geotop des Jahres 2023 erfahren möchte, ist herzlich  eingeladen, an der Feierstunde am 17. September um 14 Uhr an der Haagsaussicht teilzunehmen.

Interessenten werden gebeten, sich bis 8. September unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anzumelden. Vom Naturpark-Parkplatz Sebaldsruhe benötigt man zu Fuß rund 30 Minuten bis zur Haagsaussicht. Eine begrenzte Zahl von Plätzen in einem Shuttle-Service steht zur Verfügung. Im Anschluss an den offiziellen Teil schließt sich eine geologische Führung an, die neben dem Steinbruch auch am Bremsberg vorbeikommt und die Geschichte der Steinindustrie Miltenbergs anhand von Informationstafeln erläutert. Die Führung endet am Parkplatz.

18. September 2023

Felsberg: Naturschutz - Holznutzung - Tourismus?

Wem gehört der Felsberg: den Felsenmeertouristen, den Waldbesitzern oder der ökologischen Gemeinschaft?

Die Frage ist provokant, und alle drei „Anspruchsteller“ haben natürlich recht. Das Felsenmeer ist in erster Linie ein Natur- und Kulturdenkmal, ein Ort zum Entspannen, Spaß haben und Erkunden. Ein ganz besonderes Biotop: denn die unzählbar vielen Felsen des Hauptblockstroms „Felsenmeer“ wären ohne die etwa 200.000 Besucher pro Jahr schon längst verschwunden. Unter Moos, Brombeerranken, Brennesselfestungen, Haselnuß und Holunder. Doch 400.000 Füße halten die Steine frei vom Bewuchs, so daß das Felsenmeer sichtbar bleibt: zum Klettern, Staunen, Schauen. Darüber werden Sie in meinem Jahrbuch 2022 ausführlich lesen können, das im November 22 erscheint.

28. September 2022
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Steinbearbeitung im Odenwald über die Jahrhunderte am Krehberg und am Johannesberg

Auf Spurensuche: Steinbearbeitung im Odenwald über die Jahrhunderte am Krehberg und am Johannesberg

Fotos finden Sie in meinem Jahrbuch 2022 "Felsberg und Felsenmeer, Bergwerke und Steinbrüche" 

Kristallin nennt man die Gesteine im vorderen Odenwald, die als Tiefengestein aus magmatischen Schmelzen durch Kippung der Odenwaldscholle an die Oberfläche traten, als der Rheingraben einbrach. Das ist alles lange her, doch findet man Spuren aus allen Zeiten, seit der Mensch begann die Steine abzubauen. Nichts ist spannender, als bei einem Spaziergang alte Steinbrüche zu untersuchen. Prominentester Ort dafür ist das Felsenmeer, denn hier findet man eine fast 4000jährige Tradition der Steinbearbeitung. Die Hügel ringsum bergen nicht weniger spannende Geheimnisse: Bangertshöhe und Marmoritwerk, Katzenstein und Hohenstein, Krehberg, Johannesberg, Schenkenberg und Buch in Lindenfels, Meßbach und Seidenbach,  - überall zeugen bearbeitete Stücke von der mühevollen Arbeit im oft harten Gestein: Granit, Melaquarzdiorit, Gabbro. Feldspat, Quarz, Hornblende und Glimmer in unterschiedlicher Zusammensetzung wurde hier vor ca. 340 Millionen Jahren unter großem Druck zu Stein. Erstaunlicherweise findet man aber auch Schiefer: uralter Meeresboden, geschichtet aus Sedimenten, gefaltet und gehoben durch die Bewegung von Kontinenten. Von Nordost nach Südwest zieht sich der variszische Glimmerschiefer durch den kristallinen Odenwald, sichtbar wird er am Bismarckturm in Lindenfels, zieht weiter über das Seidenbacher Eck Richtung Heppenheim. Der variszische Glimmerschiefer am Bismarckturm wurde 2019 zum Geotop des Jahres gewählt (das erste Geotop des Jahres war 2002 das Felsenmeer).  

18. Juli 2022
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Steinbruch im Weinheimer Wachenberg: heute einzigartiges Biotop (Jahrbuch 2022)

Ein großes Loch im Berg: Hinein in den Wachenberg - Vulkan, Steinbruch, einzigartiges Biotop - geologische Führung mit Franz Piva (Geopark- und Stadtführer), Karl Anthrakopoulos (Betriebsleiter des Steinbruchs und Ludwig Meitzler (Mineraloge)

Im Oktober 2019 nahm ich an der Exkursion in die Tiefe des Wachenberges teil - wenigstens mit den Augen. Denn betreten darf man den riesigen Steinbruch nicht: zu viele Gefahren lauern. Aber was die drei Spezialisten ihrer Gruppe zu bieten hatten, ist spektakulär - auch von weitem.

Sie finden diesen Beitrag vollständig im Jahrbuch 2022: "Steine, Bergwerke und Steinbrüche"

25. Oktober 2021

Ein Steinunternehmer aus Beedenkirchen: Hans Seeger

HS.Briefe: Beiträge von Hans Seeger zu Themen der Zeit

Der Beedenkirchener Altunternehmer Hans Seeger (*1929, gest. 2019) hat sechs „Denkschriften“ herausgegeben: 1. Vom Felisberg zum Felsberg im Odenwald
2. Steinbrüche am Felsberg - Felsberg-Granit = Melaquarzdiorit
3. Im Wandel der Zeit - Auf und Nieder der Grabstein-Industrie
4. Geschichte - Zeitgedanken - Frieden in der Welt
5. Beedenkirchner und Odenwälder Geschichten, überwiegend in Mundart
6. Ich bin ein Odenwälder Der vordere Odenwald und speziell der Felsberg war für gut 100 Jahre Schauplatz zahlreicher Steinbrucharbeiten. Es gab etliche Betriebe, die hier Rohblöcke gewannen und sie verkauften oder weiterbearbeiteten. Steinarbeiter waren gläubige Menschen, doch waren sie auch von einem gewissen Trotz beseelt:

08. September 2021
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Abenteuer Felsberg

Ein Buch und seine digitale Zukunft

Seit 1999 führe ich Gäste durch das Felsenmeer, Kindergruppen und Erwachsene. 2002 war es dann soweit, daß ich all die vielen Infos, Anekdoten, Details zu einem Buch zusammengefaßt habe. Es hieß »Abenteuer Felsberg - Felsenmeere und Römersteine« und wurde 2007 überarbeitet neu aufgelegt. Inzwischen ist es lange vergriffen. Alle Inhalte aus diesem Querschnitt zu allem, was man über den Felsberg und das Felsenmeer sagen kann, sind jedoch nicht verloren.
Vielmehr erschien 2016 die Broschüre »Abenteuer Felsenmeer« mit Informationen für Besucher und mit der Riesensage. Diese ist ja zentraler Bestandteil aller Gästeführungen. Diese Broschüre hat 24 Seiten und kostet nur 1 Euro, außerdem ist ein Preisrätsel darin, bei dem man jedes Jahr einen Kindergeburtstag im Felsenmeer gewinnen kann! Die Broschüre »Die Römer und das Felsenmeer« sowie weitere Themenbroschüren in den folgenden Jahren nehmen das vielfältige Material aus Abenteuer Felsberg auf. So kann man sich bei jedem Besuch ein neues Kapitel meines Buches im Westentaschenformat mitnehmen. Marieta Hiller, im März 2017

Anmerkung: inzwischen bin ich im Ruhestand und führe seit 2021 keine Gruppen mehr durch das Felsenmeer. Wichtige Inhalte des Buches finden Sie jedoch in meinem Jahrbuch Spinnstubb 2.0 von 2022!

08. September 2021
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Der Lampertstein - Zeuge eines Unfalls

Herbstlicher Reiz einer vom Menschen geprägten Berglandschaft - vor allem im Nebel

Der Felsbergwald hat im Herbst seinen eigenen Reiz. Weitab vom großen Felsenmeer mit seinen Touristenströmen und Schulausflügen gibt es im Felsberg einsame Ecken und Winkel, wo man selbst bei sonnigem Wetter niemandem begegnet. Aber gerade an trüben oder regnerischen Tagen übt dieser Wald eine besondere Anziehung aus: abseits der ausgetretenen und zugemüllten Wege am blankgerutschten Felsenmeer findet man halbverwucherte Pfade unter meterhoch aufgeschichteten Granitsteinmauern, seit achtzig Jahren von Efeu überwuchert. Mehr über geheime Entdeckungen im Felsenmeer finden Sie in meinem Jahrbuch 2022!

Der Lampertstein

Vom Naturpark Talweg führt ein Rundweg an den beiden alten Steinbrüchen "Sichel" und "Regenbogen" vorbei zum Lampertstein, einem klobigen Sandsteinkreuz auf einem tischgroßen Sockel. Dieses Steinkreuz wurde dem Reichenbacher Bürgermeister Jakob Lampert zum Andenken mitten ins Gehölz gesetzt:

"Hier sank durch die Selbstentladung der Flinte eines Jagdgefährten getroffen entseelt zu Boden Jakob Lampert, Bürgermeister zu Reichenbach gebor. am 6. April 1797 gestorben am 14. Dezemb. 1838"

08. September 2021
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Der Graphitbergbau nahe Seidenbuch

Entdeckungen am Wegrand

Bei einer Exkursion des Geoparks im Oktober führte das Geopark-vor-Ort Team Fürth mit Dipl. Geologe Alexander Budsky, Elmar Bussmann (Altbergbau Odenwald), Ekkehard Bahlo und Förster Jens-Uwe Eder in die Wälder um Seidenbuch. Hier gibt es einen aufgelassenen Graphitbergbau, der ca. 20 Jahre in Betrieb war mit 30 Arbeitern. Spannende Informationen zur Bodenerosion durch die Glashütte, die vor 200 Jahren für Kahlschlag gesorgt hatte, gab Herr Eder. Der Humus der abgeholzten Flächen wurde weggeschwemmt, die Felsen des Untergrundes traten zutage und bilden heute ein Felsenmeer.

Blick vom Krehberg nach Lindenfels mit Kaiserturm

08. September 2021
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Auf Schatzsuche unter der Erde

Erzreichtum im Odenwald

Angeblich sind ja die Hügel des Odenwaldes entstanden, als der eine Felsenmeer-Riese auf der Suche nach Edelsteinen für seinen Schatz alles durchwühlt hat. Tatsächlich finden sich in diesem kleinen Gebirge fast alle Edelsteinarten. Wichtiger für die Menschen war jedoch Metall: Eisen, Kupfer, Silber, Blei. Eisenerz wurde schon früh geschürft: die ältesten Belege stammen aus dem 8. Jahrhundert n. Chr., zum Teil fand man es in Erdlöchern, sogenannten Pingen, oder man grub flache Schächte, selten weiter als 10 Meter abgeteuft.Während Silber, Blei und Kupfer meist im kristallinen Odenwald abgebaut wurden, grub man im Sandsteinodenwald nach Eisenerz, Mangan und Schwerspat.

Geht man suchenden Blickes über bestimmte Äcker, wenn sie frisch gepflügt sind, findet man an manchen Stellen im Odenwald Steine mit Granateinschlüssen, Manganknollen oder auch Schwerspatbrocken. Schon im Lorscher Kodex wurde anno 773 die Mark Heppenheim beschrieben, demnach zog sich die Grenze von der Bergstraße und den Felsberg hinauf zum Winterkasten auf der Neunkircher Höhe und weiter zur Arezgrefte, was schlicht Erzgrube heißt. Lange vermutete man, daß diese Arezgrefte bei Erzbach (Nomen est Omen!) lagen, heute ortet man sie eher am Fuß des Kahlberges bei Fürth-Brombach.

Viele Orts- und Geländenamen im Odenwald künden von der mittelalterlichen Bergbautätigkeit. (Jochen Babist, Anthropogene Geländemorphologie des Bergbaureviers Weschnith bei Fürth im mittleren Odenwald, Tagungsband Mining and Cultural Landscape 2013 S. 72ff)

Mittelalterliche Pingengrabung als Reifenschacht

08. September 2021
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2000 Jahre Steinbearbeitung im Felsberg - die Neuzeit

Das Felsenmeer ist ein besonderer Schauplatz der Industriekultur und der Wirtschaftsgeschichte. Zu allen Zeiten war der Felsberg ein vielbesuchter Ort. Bereits in der Antike wurden hier Werkstücke gewonnen. Der spröde Stein - ein Melaquarzdiorit, oft mit Granit verwechselt - wurde bereits bei den Römern im 2.-4. Jahrhundert nach Christus für ihre Bauwerke in der Provinz gewonnen.

Wer nach den Römern folgte - die erste Generation

Viel später, im 19. Jahrhundert, kamen Steinarbeiter auf der Wanderschaft durch den Odenwald und entdeckten auch den Felsberg-Granit. Das war etwa um 1879, also in der Gründerzeit. Auf ihrer Rückwanderschaft arbeiteten sie im Fichtelgebirge und erzählten dort vom Felsberg. Daraufhin machten sich die Brüder Kreuzer aus Weißenstadt und die Brüder Böhringer aus Wunsiedel auf, um zu sehen, ob der Felsberg-Granit wirklich interessant ist. In der Gründerzeit wurde viel Stein verbaut, vor allem im Ruhrgebiet, wo das Hauptgebiet der wirtschaftlichen Entwicklung lag. Meist wurde aus dem Fichtelgebirge und aus dem Böhmischen geliefert, und der Felsberg erschien marktnäher, was ihn vor allem wegen der Transportkosten interessant machte.

07. September 2021
Weiterlesen: 2000 Jahre Steinbearbeitung im Felsberg - die Neuzeit

Der Ohlyturm

Das Granitbauwerk wurde 1900/ 1901 von der Odenwaldklub-Sektion Darmstadt erbaut. Wie auf dem Felsberg entstanden um diese Zeit überall auf den Anhöhen Aussichtstürme des Odenwaldklubs.

Benannt ist der Turm nach dem vor der vorletzten Jahrhundertwende verstorbenen Darmstädter Oberbürgermeister Ohly. Lange Zeit schaute der Turm über die Baumwipfel hinaus, heute sieht man ihn gerade noch, so hoch ist der Buchenmischwald inzwischen gewachsen. Stilistisch ist er ein spätes Beispiel für den romantisierenden Historismus des 19. Jahrhunderts, dessen Vorbilder mittelalterliche Burgen und Wehrbauten waren.

06. September 2021
Weiterlesen: Der Ohlyturm

Neuzeitliche Steinindustrie im Felsberg

Nachdem die Römer ihre Hämmer niedergelegt und den Felsberg verlassen hatten, herrschte Ruhe bis ins späte neunzehnte Jahrhundert. Damals kamen böhmische Steinmetze auf der Wanderschaft durch den Odenwald und entdeckten dabei den Felsberg-Granit. Das war etwa um 1879.

Auf ihrem weiteren Weg kamen sie ins Fichtelgebirge und berichteten dort vom Felsberg. Daraufhin machten sich zwei Brüderpaare aus Weißenstadt und Wunsiedel im Fichtelgebirge auf, um den Felsberg-Granit näher zu untersuchen. Denn der Felsberg lag verkehrsgünstiger zum Ruhrgebiet, wo während der Gründerzeit das Hauptgebiet wirtschaftlicher Entwicklung lag, und der Transport der dort benötigten Werkstücke war vom Odenwald her preiswerter als aus dem Fichtelgebirge und dem Böhmischen. Man nutzte damals hauptsächlich das gut ausgebaute Eisenbahnnetz. Die Gebrüder Kreuzer und Böhringer ließen sich dann tatsächlich in der Gegend nieder und begannen mit Steinabbau und Bearbeitung. Die Steine des Felsberges wurden aufgrund ihrer Fleckenhäufigkeit vorwiegend für die Industrie bearbeitet. Wie schon die Römer betrieben die modernen Steinhauer Findlingsgräberei, während sie im Fichtelgebirge überwiegend geschlossenen Fels abbauen konnten. Bald nach den ersten Steinhauern aus dem Fichtelgebirge kamen weitere von dort, aus der Oberpfalz und aus dem bayrischen Wald hinzu, auch Einheimische erlernten den Beruf des Steinhauers, manche kamen auch über den Umweg der Bildhauerei dazu.

06. September 2021
Weiterlesen: Neuzeitliche Steinindustrie im Felsberg

Felsenmeer: Naturschutz oder Müllkippe?

Sie finden diesen Beitrag vollständig im Jahrbuch 2022: "Steine, Bergwerke und Steinbrüche", das Sie hier bestellen können!

Dies sollte ein behaglicher Rückblick auf 25 Jahre Felsenmeerführungen werden - nun ist es eher eine Abrechnung geworden...

Gerade als ich das Thema Felsenmeer sozusagen abschließend in einem Beitrag darstellen wollte, trudelte eine Petition des NABU Seeheim-Jugenheim ein. Aber der Reihe nach:

27. August 2021
Weiterlesen: Felsenmeer: Naturschutz oder Müllkippe?
  1. Wie ist das Felsenmeer entstanden?
  2. Warum stehen im Felsenmeer keine Mülleimer?
  3. Die Steinbrüche im Krehberg (Jahrbuch 2022)
  4. Kobold Kieselbart aus dem Felsenmeer zu Corona

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