Nachts im Odenwald: Museumsnacht der Museumsstraße Odenwald-Bergstraße e.V.
Strahlender Ausblick: Burg Breuberg am Abend
Mit vier historischen Bussen der Firma Wilhelm Müller aus Massenbachhausen ging das Team der Museumsstraße mit jeweils vierzig Fahrgästen am Abend des 27. September auf Nostalgiefahrt: in Michelstadt ging es los.
Vortrag von Marieta Hiller: Landwirtschaft vor 250 Jahren anhand der Karte des Felsberges von Johann Wilhelm Grimm" am 28. September 2024 bei der Jahrestagung des Breubergbundes
Bereits in meinem Jahrbuch No.1 /2021 habe ich diesem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet: Geometrische Kartografie und Landwirtschaft vor 250 Jahren. Entgegen meiner Gewohnheit, in den Jahrbüchern veröffentlichte Beiträge online zu löschen, möchte ich diesen Vortrag an dieser Stelle trotzdem vorstellen.
Vom 9. bis 17. August 2025 fanden die Tage der Industriekultur Rhein-Main unter dem Motto "Schichtwechsel" statt.
Viele Kilometer legten wir zurück, um an sechs Stationen Historisches und Brandaktuelles zu den Themen Technik, Forschung, Industriegeschichte zu erfahren: vom Beginn des Industriezeitalters bis zur Erforschung des Weltraums ging unsere Reise: in die Vergangenheit zur Bahnwelt Kranichstein, ins Museum Groß-Auheim, zu einer Architekturführung im Hauptbahnhof Frankfurt, zum Feldbahnmuseum FFM in Frankfurt. Und ab in die Zukunft: zum Forschungsinstitut ESA und Eumetsat in Darmstadt. Folgerichtig muß am Ende nach diesen beiden Weltraumorganisationen auch ein Beitrag zu SETI kommen.
Die heißeste Woche des Jahres 2025 war es, aber wir blieben tapfer bei unserer Reise durch die Industriegeschichte. Nach ca. 45 Minuten erreichten wir das erste Ziel: die Bahnwelt Kranichstein, ehemals Betriebswerk mit Lokschuppen, heute sehr aktiver Museumsbetrieb.
Am bunten Löwen in Zwingenberg wollen Schüler*innen der Geschichtswerkstatt der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) Bensheim ein Denkmal für den Mann errichten - aber wer war er?
Im Obergeschoss des Bunten Löwen gibt es den Dieffenbachsaal: genau hier hatte Johann-Georg Dieffenbach im Februar und März 1819 zweimal zu sogenannten „Wilden Landtagen“ eingeladen. Dort wurden wesentliche demokratisierende Forderungen der hessischen Verfassungsbewegung zusammengetragen, welche später Eckpfeiler des Verfassungswerkes darstellten.
Unsere moderne Post hat den Gipfelpunkt an Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Schnelligkeit längst überschritten. Bekam man noch vor 100 Jahren mehrmals täglich Post, so kann man heute froh sein wenn man überhaupt vom Zusteller gefunden wird.
So manches Gasthaus trägt einen gewichtigen Namen: zur Krone, zum Hirsch, zur Traube. Solche Häuser sind schon sehr alt, sie bestehen schon seit der Zeit, als es noch keine Straßen gab. Die wurden erst im 19. Jahrhundert gebaut, vorher gab es unbefestigte Wege und Pfade. Man wanderte über die Höhen, vermied die sumpfigen Täler. Im Abstand von Tagesmärschen entstanden Gasthöfe, in denen man essen und schlafen konnte. Später kamen Pferdefuhrwerke in Mode, und man reiste etwas schneller.
Es entstanden weitere Gasthöfe auf halber Strecke. Zuerst waren Fuhrwerke ausschließlich der Post vorbehalten. Der Begriff Post kommt von Posten, und der geht auf die alten Römer zurück. Auch noch im Mittelalter hatte man Posten, Stationen für Pferdewechsel und Übernachtung. Allerdings transportierte der fliegende Reiter damals keine Liebesbriefe oder Rechnungen: nur die Depeschen von Königen, Kaisern und Landesfürsten durften befördert werden.
Ein heiteres Buch zum Land zwischen den Flüssen, einem kleinen Stück bezaubernder Heimat: Gert Bock aus Iwwero (Überau) veröffentlichte es 2023 auf über 450 Seiten. Er serviert der Leserschaft einen humorvollen Dialog zwischen der Gersprenz (Gebabbel, oder wie die Gersprenz es Verzäile gelernd hod) und ihrem Schreiberling. "Wie ihr sicherlich auch schon oft bemerkt habt, gestaltet es sich etwas schwierig, Ourewällisch zu schreiben. Für unsere MundArt gibt es eben keine Rechtschreibe- oder Grammatikregeln, weil mer hald schwätze wie uns de Schnawwel gewågse iß." - so de Schreiberling.
Sommer 2024: Weitere Materialien für die Sammlung zur Blaufarbenfabrik Marienberg entdeckt
Die Ausstellung zur Blaufarbenfabrik Marienberg ist seit Jahren im Rathaus Reichenbach untergebracht, wo sie zu viel Licht bekam und deshalb abgedeckt wurde. Einige historische Fotografien sind bereits völlig ausgebleicht, nur die blaue Farbe, das Ultramarin, ist glücklicherweise sehr UV-beständig und leuchtet noch immer. Es wird noch immer dringend ein alternativer Standort für die Ausstellung gesucht, die einst durch Erika Bickelhaupt und weitere Ehrenamtliche vor der Entsorgung bewahrt und grundlegend aufgearbeitet wurde. Bürgermeister Heun und sein Team im Rathaus würde die Ausstellung gerne im Lautertal behalten: "Für die Heimatverbundenheit wäre es zuträglich, wenn ein Standort im Gemeindegebiet gefunden werden würde, z.B. kirchliche Räume oder Schulen." Wer einen geeigneten Ort für eine dauerhafte Ausstellung im Lautertal weiß, darf sich bitte melden bei Frau Brockmann im Rathaus, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..
Mehr zu den Malern des Künstlerdorfes Lützelbach lesen Sie hier: Lützelbach: das Künstlerdorf. und "Das unbekannte* Vermächtnis von Lützelbach: Künstlerkolonie als schöpferischer Rückzugsort" im Jahrbuch 2023
Im April 2024 hatten wir berichtet, daß ein geeigneter Platz für die Ultramarin-Ausstellung Lautern gesucht wird. Im Rathaus wurden nun alle Möglichkeiten geprüft, es zeigte sich jedoch, daß eine dauerhafte Unterbringung hier aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist. Aktuell sind die Exponate mit Tüchern abgedeckt, um sie vor dem Ausbleichen durch Sonneneinstrahlung zu schützen.
Es wird dringend ein alternativer Standort für die Ausstellung gesucht, die einst sorgfältig durch Erika Bickelhaupt und weitere Ehrenamtliche vor der Entsorgung bewahrt wurde.
"Ein Buch in der Hand zu halten ist etwas anderes als digital zu lesen" - so machte Heidi Adam den neuen Band der Geschichtsblätter des Kreises Bergstraße schmackhaft. Im November wurde er vorgestellt, unter anderem mit einem Vortrag von Dr. Rolf Reutter über das Eisenbahnprojekt. Er trug in seinem Beitrag, der im Buch nachzulesen ist, zahlreiche bislang unveröffentlichte Hintergrundinfos zusammen. So waren nicht nur die Fuhrleute gegen den Bau der Eisenbahnstrecke, auch die Villenbesitzer entlang der Nibelungenstraße von Bensheim hinauf bis Schönberg wollten keine Bahn an ihren Grundstücken, gleich ob sie selbst dort wohnten oder nicht. Ritter von Marx auf Schloß Falkenhof in Schönberg etwa gehörte zu ihnen.
November 2022 - Lützelbach: Ein Künstler- und Sehnsuchtsort im Vorderen Odenwald
Dr. Benno Lehmann stellte in Reinheim sein neues Buch um das Malerdorf Lützelbach vor. Lehmann ist Kurator der Ausstellungen in der Hofgutgalerie Reinheim und Fachmann für die Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Bereits vor zwei Jahren stellte er die Maler vor, die sich gerne auf Motivsuche in den Odenwald zurückzogen. Lesen Sie dazu die Entwicklung der Malerei weiter unten: man begann die Natur zu erforschen, ging hinaus, entdeckte ganz neue Perspektiven, entdeckte die Wirkung des Lichtes auf eine freie Landschaft. Aus Frankreich kam die Pleinairmalerei, die Freiluftmalerei, auch in die deutschen Städte.
Am Felsenmeer geht es heiß her – Ein Rennofenexperiment zeigt den historischen Prozess der Eisenschmelze
Zwischen dem 12. und 16. Oktober lohnt sich der Weg zum Felsenmeer bei Reichenbach einmal mehr. Als Rahmenprogramm zur Ausstellung „Kelten Land Hessen–die Kelten an der Bergstraße“ im Museum Bensheim startet dann nämlich ein nicht ganz alltägliches Experiment, das nur durch dieZusammenarbeit zahlreicher Kooperationspartner möglich wird. Die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald und das Museum Bensheim führen–unterstützt durch die Gemeinde Lautertal, dasFelsenmeer-Informationszentrum, die hessenARCHÄOLOGIE (Bezirksarchäologie Darmstadt) und den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald–auf dem Parkplatz des Felsenmeer-Informationszentrumsein Experiment zur Verhüttung von Odenwälder Eisenerz im „Rennofen“ durch. Höhepunkt der Veranstaltung ist der 16. Oktober, wenn der Ofen in Betrieb genommen wird.
Fotos zu Aufbau, Trockung, Betrieb und Zerstörung des Rennofens