In der Tiefe der Felsen im Felsenmeer, verborgen unter Sternchenmoos und Mondscheinfarn, da lebt die Johannisfee.
Und in jedem Jahr am Johannisabend wanderten einst die Menschen aus den Dörfern hinauf zu den Felsen, strichen mit den Händen zart über das Sternchenmoos der Felsen und benetzten es mit taufrischem Johanniswasser.
Dieses Wasser mußte von einer Jungfrau „unbeschrien“ - also in tiefem Schweigen und mit großer Ernsthaftigkeit - in den frühesten Morgenstunden aus dem klaren Quell des Felsenmeeres geschöpft und ebenso schweigend ins Haus gebracht werden. Nur so konnte das Johanniswasser dem Haushalt und seinen Bewohnern - den menschlichen, den tierischen und den Zauberwesen wie Kobolde und Hausgeister - ein ganzes Jahr lang zu Glück und Zufriedenheit verhelfen. Ein paar Tropfen von diesem Johanniswasser also mußten am Abend bei Sonnenuntergang auf das Sternchenmoos geträufelt werden, auch dies in tiefem Schweigen und mit großer Ernsthaftigkeit.