Zur Herbstzeit, als die duftenden Äpfel prall an den Bäumen hingen, da mußte ein armer Köhlersjunge einmal hinunter ins Dorf, den Kochtopf seiner Mutter flicken zu lassen.
Auf seinem Weg dorthin kam er durch die Baumwiese vor dem Dorf, und gerade unter dem größten und vollsten Apfelbaum blieb er stehen und blickte sehnsüchtig auf die leckeren Früchte.
Da fiel ein besonders dicker rotbackiger Apfel direkt vor seinen Füßen zu Boden.
Der arme Junge dachte sich: „geschenkt ist geschenkt!“ und hob den Apfel auf.
Doch unter dem Apfel, da sah er plötzlich ein goldenes Schlüsselchen liegen.
Er hob es auf und betrachtete es von allen Seiten genau. Dann dachte er sich: „wo ein Schlüssel ist, dort muß es auch ein Schloß geben!“
Er suchte und suchte, und schließlich entdeckte er im zerklüfteten Stamm des alten Apfelbaumes ein winziges Loch.
Und als er es genauer betrachtete, da sah er, daß sein goldenes Schlüsselchen genau in dieses Loch paßte! Er drehte den Schlüssel um, es knarrte und - doch halt!
Wir müssen nun Geduld haben, bis sich das Türchen im Apfelbaum ganz geöffnet hat und wir sehen können, was wohl darinnen ist!
Dieses Märchen dürfte einigen von euch bekannt vorkommen! Schaut mal nach unter "Der goldene Schlüssel" bei den Gebrüdern Grimm... Aber ich finde, mit einem Apfelbaum paßt es etwas besser zum Herbst.
Marieta Hiller, zur Zeit der goldrot duftenden Äpfel im September 2011