Sicher kennst du das: man beißt in einen duftenden rotbackigen Apfel, die glatte Schale knackt, der Saft spritzt. Aber ach, wie sauer! Der ganze Mund zieht sich zusammen - und da sagen die Erwachsenen auch noch „sauer macht lustig“.
Gesund seien sie auch, die Äpfel: „Ein Apfel am Tag vertreibt Kummer und Plag“. Und je sauerer, desto gesünder. War ja klar. Was gut schmeckt, kann nicht gesund sein: Gummibärchen, Plätzchen, Schokolade...
Märchenhafte Orte: in einem gemütlichen Gasthof trug es sich zu...
... und sie speisten und tranken und taten sich gütlich an so mancher Leckerei, vergaßen auch nicht ihren Pferden den Habersack vorzusetzen. So hört es sich in vielen Märchen an, wenn - meist nach vollbrachtem Abenteuer und bestandenen Prüfungen - alle glücklich vereint schmausen.
Ein Festschmaus bildet ja auch stets den Abschluß einer Asterix- und Obelix-Geschichte. Nachdem die beiden furchtlosen Gallier den Römern mal wieder gezeigt haben, was so eine echte keltische Harke ist, versammeln sie sich um eine urgewaltige Tafel, die sich vor Köstlichkeiten biegt. Das eine oder andere gebratene Wildschwein darf dabei nicht fehlen.
Wenn die Bienen verschwinden hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Das hat ein kluger Mensch gesagt: Albert Einstein höchstpersönlich!
Und in der Tat: kaum ein Lebewesen auf der Erde ist so wichtig wie die Biene. Es gibt einen aktuellen Kinofilm "More than Honey", in dem Regisseur Markus Imhoof dem rätselhaften, weltweiten Bienensterben auf den Grund geht.
(* um 25 v. Chr.; † vor 42), De re coquinaria („Über die Kochkunst“).
Die Sammlung wird geprägt von Absonderlichkeiten wie Flamingozungen als besondere Delikatesse, enthielt keine Maßangaben, dafür aber viele schwer zu beschaffende Zutaten. Plinius berichtet, daß Apicius die Idee aufbrachte, Schweine mit Feigen zu mästen, damit deren Leber später besonders wohlschmeckend würde. Daraus leitet sich der heutige Name für Leber in vielen Sprachen ab: von ficatum („mit Feigen versehen“) leitet sich ital. fegato, span. hígado und frz. foie ab.
Nach dem Tod des Apicius kam das Gerücht auf, er habe sich zu guter Letzt selbst vergiftet, weil er feststellen mußte, daß ihm nunmehr nur noch 10 Millionen Sesterzen zum Leben bleiben würden, nachdem er bis dahin bereits 100 Millionen für seine Küche ausgegeben hatte.
„Ab ovo usque ad mala“ - zu deutsch „vom Ei bis zum Apfel“ umschrieb die Lieblings-Speisenfolge der alten Römer. Und dieses Menu hielten sicherlich auch die Römer in Germanien so ab, zumindest die Bessergestellten. Die Römer in Germanien, das ist ein mindestens so spannendes Thema wie die Römer in Gallien. Man denke nur an jenes kleine Dorf... Daß die Spuren der Römer, ihre Kultur, ihre Bauwerke und ihr Wissen nicht mit langweiligem Lateinunterricht in der Schule abgehandelt sind, das beweist der Odenwald als alter römischer Lebensraum in vielfältiger Weise. Der Limes im Osten, eine 80 km lange Spur aus der Zeit vor über 1900 Jahren, die römische Villa Rustica Haselburg und die mißglückten Werkstücke im Felsenmeer bei Reichenbach laden ein zu interessanten Ausflügen in die Hügel des Odenwaldes. Und wenn das Wetter mal nicht ins Grüne lockt, dann gibt es ringsum zahlreiche Museen, in denen römische Funde dargeboten werden. Was uns ganz besonders freut, ist die Tatsache daß die Römer einst den Apfel in den Odenwald brachten. Wer weiß was wir sonst heute als Stöffche trinken müßten! Die römische Hochkultur zeichnete sich durch hervorragende Organisation aus, alles war durchstrukturiert und es gab eine klare Hierarchie. Überall wo die römischen Legionen ihren Adler in den Boden rammten, sorgte die Provinzverwaltung dafür, daß neue Speisen und Gerichte ihren Weg zum Bauch der Welt, nach Rom, fanden. Doch auch umgekehrt fanden einige kulinarische Errungenschaften der Römer ihren Weg auf unsere Tische hier im rauhen Barbarenland. Der Apfel gehört dazu. Die Perser hatten bereits im 6. Jh v. Chr. Obstbäume, und über die Griechen kam das Wissen schließlich zu den Römern. Die entwickelten die Veredelung (Okulieren) und erhielten besonders gute Sorten über lange Zeiten sortenrein. Die Römer gaben den verschiedenen Obstsorten auch ihre Namen. Ab 800 v. Chr. verehrten sie die Göttin Pomona als Herrin des Gartens, des Obstes und des Obstbaus. Um 100 n. Chr. brachten die Römer schließlich ihre Kenntnisse und auch verschiedene Obstsorten nach Gallien und Germanien. Was die Römer am liebsten aßen, läßt sich heute nachvollziehen aus alten Quellen des Apicius, des Lucullus und anderer, wobei die Quellenlage teilweise sehr schwierig ist, denn die alten Rezeptbücher mußten schließlich viele Jahrhunderte überdauern (was sie oftmals leider nur in Form von Zitaten in späteren Werken schafften).
Die Römer in Germanien, das ist ein mindestens so spannendes Thema wie die Römer in Gallien - ganz Gallien? Nein, ein kleines Dorf.... - wer kennt nicht diese Einleitung aus Asterix und Obelix!
Daß die Spuren der Römer, ihre Kultur, ihre Bauwerke und ihr Wissen nicht mit langweiligem Lateinunterricht in der Schule abgehandelt sind, das beweist der Odenwald als alter römischer Lebensraum in vielfältiger Weise. Der Limes im Osten, eine 80 km lange Spur aus der Zeit vor über 1900 Jahren, die römische Villa Rustica Haselburg und die mißglückten Werkstücke im Felsenmeer bei Reichenbach laden ein zu interessanten Ausflügen in die Hügel des Odenwaldes. Und wenn das Wetter mal nicht zu einem Ausflug lockt, dann gibt es ringsum zahlreiche Museen, in denen römische Funde dargeboten werden. Was uns ganz besonders freut, ist die Tatsache daß die Römer einst den Apfel in den Odenwald brachten. Wer weiß was wir sonst heute als Stöffche trinken müßten!
Alte Obstsorten liefern nicht nur gesunde, vitaminreiche Früchte zum Frischverzehr, für Säfte und Trockenobst, sie werden von Allergikern auch wesentlich besser vertragen als Neuzüchtungen aus intensivem Anbau. Wer beim Genuss des Golden Delicious aus dem Supermarkt mit schwellenden Schleimhäuten oder asthmatischen Beschwerden zu kämpfen hat, sollte - evtl. unter ärztlicher Aufsicht - einen Versuch mit unbehandelten Äpfeln heimischer Streuobstwiesen wagen, deren Allergengehalt in Sorten wie zum Beispiel Gravensteiner oder Goldparmäne wesentlich niedriger ist.
Ein interessanter Aspekt ist es, warum die englische Küche heute so übel beleumundet ist. Natürlich kann man auch in England hervorragend essen, aber durch die industrielle Revolution veränderten sich die Kochgewohnheiten drastisch. In England nahm diese Revolution mit ihren neuen Arbeitsbedingungen ihren Anfang. Der Ackerbau wurde weitgehend aufgegeben oder umstrukturiert: große Betriebe mit hochwertigem Maschinenpark und hohen Beständen entstanden, viele kleine Betriebe stellten auf die anspruchslosere Schafzucht um. Hohe Investitionen mit wenig Arbeitsplatzangebot war die Folge für die Betriebe. Bisherige Landarbeiter gingen nun in die Fabriken. Auch die Frauen, bisher Hausfrau und Köchin, nahmen Fabrikarbeitsplätze an, um die Familie ernähren zu können.
Der Lebensmittelbedarf war jedoch gleich hoch, auch wenn nun weniger produziert wurde. So importierte man Fleisch aus Argentinien und Nordamerika, wo es riesige Farmen gab. Die britische Regierung öffnete den Markt für freien Handel, was zu weiteren Verschlechterungen für die eigenen Landwirtschaftsbetriebe führte. Günstige Preise auf dem Weltmarkt brachen vielen das Genick, Fleischkonserven und Fabrikbrot wurden importiert, Convenience-Produkte (= Halbzeug, Fertigsoßen, Tütensuppen, Dosengemüse) fanden den Weg "in aller Munde". Die Kochkunst litt darunter: die Frau der Familie hatte keine Zeit mehr, aufwändige leckere Gerichte zu zaubern und machte lieber eine Dose warm.
60 Kilo Fleisch jährlich verzehren die Deutschen im Durchschnitt, das sind 180 Gramm täglich. 10 kg davon sind Rindfleisch, 36 kg Schweinefleisch und 12,5 kg Geflügel (Stand 2018). Anmerkung: 2022 sind es "nur" noch 52 kg.
Lauchelchen, so nennen die Odenwälder den Schlangenknöterich (Polygonum bistorta). Im Volksmund wird er auch „Zahnbürste“ genannt, weil er eine bürsenartige Blüte hat. Diese sieht auch ein bißchen wie eine Schnittlauchblüte aus, und da lag es nahe, die Pflanze „Lauchelchen“ zu nennen. Andere Landstriche nennen sie „Otterzunge“.
Leckermäulchen haben Glück gehabt: Landfrauenkuchen dürfen bleiben! Wer sich bei Veranstaltungen am liebsten durch die Kuchentheke fräst, weiß die Kunst der Landfrauen zu schätzen. Im Dezember 2014 kam die neue Verpflichtung zur Allergen-Kennzeichnung von „loser Ware“ gemäß der EU-Lebensmittelinformationsverordnung, die die Gastronomen in den letzten Wochen zur Verzweiflung trieb. Seitdem haben normale Gasthaus-Speisekarten fünf Seite Speisenangebot und zehn Seiten Erläuterungen.
Ob der gemütlichen familiengeführten Wirtschaft damit geholfen ist, weiß ich nicht. Hier spricht man noch miteinander, Gast und Wirt, da braucht es keine meterlangen Listen mit möglicherweise schädlichen Inhaltsstoffen.
Im Lautertaler Dibbezauber von 1996 habe ich folgende Quellen verwendet:
Georg Volk: Der Odenwald und seine Nachbargebiete, o.O. 1905 Philipp Buxbaum: Wildhecken. Gießen 1906 Philipp Buxbaum: Hauswirken, Gießen o.J. Richard Matthes: Bergsträsser Anekdoten, Schnaken und Schnurren, Bensheim 1976 Werner Geiger: Was der Heimatbrunnen erzählt, Bensheim 1951 Wilhelm Diehl: Der vordere Odenwald; in: Hessische Volksbücher III, 1. Reihe. Gießen 1908 Die Reichenbacher Chronik des Pfarrers M. M. Walther 1599-1620, hrsg. Wilhelm Diehl, o.O. 1904 Karl Schwinn, Speis und Trank im Odenwald, Mörlenbach 1982 Reichenbacher Heimatbuch, aus der Vergangenheit des Dorfes Reichenbach. Von R. Matthes, Lehrer in Reichenbach; Verkehrsverein Reichenbach 1936 Dr. F. Maurer, Unser Odenwald, Ein Kulturbild des Odenwaldes aus alter und neuer Zeit; Darmstadt 1914 Erika Pöschl: Pannekuche in de Sunn gebacke; Geschichten, Brauchtum, Gedichte
Lautertaler Dibbezauber, Ulrike Reiser Marieta Hiller Thomas Glaser 1996
In Wald und Wiesen - und im eigenen Garten entdeckt man so dies und das, was sich für schrullige Rezepte und hintersinnige Geschichten eignet...
Winterkräuter: Hoffnung auf den Frühling - er kommt bestimmt, und mit ihm die Kräutervielfalt
Selbst im Winter zeigen ein paar unentwegte Kräuter ihre Blättchen: Spitzwegerich, Löwenzahn, Salbei und Thymian zeigen sich unbeeindruckt von Kälte und Schnee. Bald aber wird alles wieder saftig grün, nicht nur auf Wiesen, sondern auch in unaufgeräumten Hofecken, im Straßengraben, in Asphaltrissen und Mauerspalten. Der geballte Lebenswillen und die Stärke der Kräuter, auch gern als Unkräuter diffamiert, sollten uns ein Zeichen sein. Kräuterkundige aller Jahrhunderte erkannten den Nutzen, den die zarten Pflänzchen für den Menschen haben konnten, und schrieben dicke Arznei- und Rezeptbücher. Das Lorscher Arzneibuch (Codex Bambergensis medicinalis) aus der Zeit um 800 n. Chr. ist das älteste Klostermedizinbuch unserer Kultur. Das frühmittelalterliche Werk wurde in lateinischer Sprache geschrieben, ist UNESCO-Weltdokumentenerbe und befindet sich heute in der Staatsbibliothek Bamberg.