Münzen und Maßeinheiten: wie läßt sich das in unserer Vorstellung verständlich machen? An dieser Stelle sammle ich alles was ich über alte Maßeinheiten finden kann.
Woher unser Euro kommt, daß Kapital ursprünglich etwas Kriminelles bezeichnet und warum pecunia vom Rind kommt ("pecunia non olet" - Geld nicht stinkt - hieß es bei den alten Römern, die den Urinverkauf zum Gerben mit einer Steuer belegten) sind spannende Details.
Mühlen waren oftmals Keimzelle von Dörfern. Doch zugleich waren sie unheimliche Orte voller eigenartiger Geräusche, sie führten ein geheimnisvolles Eigenleben, und der Müller war oft ein zwielichtiger Bursche...
Früher gab es im Lautertal und im Modautal etliche Mühlen, zu denen die Bauern ihr Korn zum Mahlen trugen.
Daß die Mühlen, heute als 'alternativ' belächelt, zur damaligen Zeit durchaus effektiv arbeiteten, läßt sich schon aus den alten Schauermärchen und Sagen entnehmen, die aus Neid und Mißtrauen dem Müller gegenüber wuchsen. Fast immer wurde der Müllersfamilie Zauberei und Hexerei unterstellt, weil in der Mühle - so war der Volksglaube - ein Mehrwert (die Abgabe fürs Mahlen) geschaffen wurde ohne eigenen Schweiß. Weitverbreitet war dagegen auch die Vorstellung, daß in einer gutgeführten Mühle die Heinzelmännchen zugange waren. Hieraus sieht man, daß es dem Müller meist gutging, was ihm geneidet wurde. Wassergetriebene Mühlen haben im Lautertal eine lange Tradition. Sie wurden zu verschiedenen Zwecken eingesetzt: über Transmission wird die aus der Wasserkraft gewonnene Bewegungsenergie in Sägewerken, Hammerschmieden, zur Papierherstellung eingesetzt.
Zahlreiche Beiträge zum Thema Mühlen im Odenwald finden Sie in meinem Jahrbuch 2024: "Märchen Mühlen Mahlzeit"!
Europa, das stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die mit dem weiten Blick“. Die aktuelle Situation in Europa läßt wünschen, daß dieser weite Blick nicht verloren geht.
Als Kontinent ist Europa erstmals von Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr. genannt worden. Das moderne Europa entstand nach dem 2. Weltkrieg, am 5. Mai 1949. In Straßburg, genau auf der Grenze des deutsch-französischen Krieges, errichtete man den Europarat, der die Vereinigten Staaten von Europa repräsentierte. Zunächst waren es zehn Länder, 1950 später kam Deutschland dazu, weitere Länder folgten, heute gibt es 47 Mitgliedsstaaten.
Amtsarzt Dr. Ludwig Gottfried Klein und sein Kompendium "...statt des Confekts fressen sie eine gute Portion Kartoffeln..."
Welche Vorstellungen von gesundem Leben, Gesundheit und Heilmitteln man 1754 hatte:
Ludwig Gottfried Klein war Hofarzt und Physikus der Grafen in Erbach und Fürstenau. Das entspricht unserem heutigen Amtsarzt. Als solcher hatte Klein nicht nur für die Gesundheit der Erbahischen Untertanen zu sorgen, sondern vielmehr auch allgemeingültige Betrachtungen zu Land und Leuten niederzuschreiben. Und so verfaßte Ludwig Gottfried Klein einen „Physikalisch-medizinischen Versuch von Luft, Wasser und Plätzen des Ervachischen und Breubergischen Landes als eines großen Strichs im Odenwald“ - natürlich nicht auf Deutsch, sondern auf Latein: De aere, aquis et locis agri Erbacensis atque Breubergensis, largi Odenwaldiae tractus, tentamen physico-medicum“. Lange Zeit gab es dieses wichtige Basiswerk über den Odenwald nicht in deutscher Sprache, es gab eine Übersetzung von Karl August Schweikart (Pfarrer zu Reichelsheim 1779-1848) und eine von Johann Philipp Wilhelm Luck (Pfarrer zu Michelstadt 1728-1791). Einige Kapitel wurden schon gelegentlich ins Deutsche übersetzt, aber nun hat sich Johann Heinrich Kumpf darangemacht, das komplette Werk zu übersetzen. Es ist 2016 in Erbach erschienen (ISBN 978-3-9815625-5-2). Klein, der seine Doktorarbeit über die flüssigen Bestandteile des Blutes verfaßt hatte, brachte 1753 mit der „Interpres clinicus“, einem Klinischen Dolmetscher, den ersten Bestseller heraus: schon ein Jahr nach Erscheinen war er in aller Munde: sein Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Prognostik wurde von der Fachwelt begeistert aufgenommen und galt Generationen von Ärzten als wichtige Grundlage.
Von Römern und Pfälzern, von (Rot)-welsch und Religionswechseln
Seit einigen Jahren melden sich Menschen zu Wort, die wir so eigentlich nie wieder hören wollten: sie berufen sich darauf Deutsche (Doitsche) zu sein, selbst der unerträgliche Begriff der "Überfremdung" fällt gelegentlich wieder. Da stellt sich die Frage: was eigentlich ist "deutsch"?
„So manchem wurde die Stunde geschlagen“: Die jetzt dritte Turmuhr bereichert neuerdings das Heimat-Museum in Brandau. Dieses mechanische Wunderwerk aus dem Jahre 1680 stammt aus einer Zeit, in der das Eisen „händig“ geschmiedet und durch das so genannte „Feuerschweißen“ im Schmiedefeuer miteinander verbunden wurde. Die heutzutage angewandten Schweißtechniken waren damals noch unbekannt. Auch das zur Verfügung stehende Eisen war recht weich und so hat der Zahn der Zeit viele Teile der Uhr „angenagt“ und verschlissen.
Diese Turmuhr war vermutlich über 300 Jahre lang in Betrieb und hat in dieser Zeit so manchem Menschen die Stunde geschlagen.
Vor 32 Jahren, im Jahr 1989, feierte die Reichenbacher Natursteinfirma DESTAG ihr 100jähriges Bestehen. In diesem Beitrag soll die lange Betriebsgeschichte von ihrem Anfang bis heute beleuchtet werden. Dazu sprach ich mit Philipp Degenhardt, der von Anbeginn seines Berufslebens 1949 bis ins hohe Rentenalter in der DESTAG tätig war. Über die aktuelle Betriebssituation informierte mich Prokurist Markus Mayer, er führte mich durch das Betriebsgelände.
Das Gelände von oben, Repro von Heinrich Stock, Reichenbach
Wilhelm Sturmfels gab 1910 das Büchlein "Die Ortsnamen Hessens" heraus, für Erziehung und Unterricht. Hessen: das war zu seiner Zeit noch das Großherzogtum Hessen. Erst in der Weimarer Republik ging das Gebiet 1919 in den Volksstaat Hessen über. 1806 war das Großherzogtum aus dem Reichsfürstentum der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt hervorgegangen. Haupt- und Residenzstadt war Darmstadt; siehe auch Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Großherzogtum_Hessen.
Das Etymologische Wörterbuch der Orts- Berg und Flußnamen des GH Hessen erschien im Fr. Ackermanns Verlag Weinheim / Leipzig 1910.
Bei der Recherche zum Reichenbacher Natursteinwerk DESTAG erhielt ich die Information von Philipp Degenhardt, daß es neben anderen auch einen Steinbruch der DESTAG bei Schannenbach gab. Auf Nachfragen ergab sich jedoch, daß nichts darüber bekannt ist. Herr Rainer Rößler aus Schannenbach hat dazu eigens nachgeforscht und mir die Ergebnisse zukommen lassen.
Hier finden Sie alle Informationen zum Natursteinabbau am Krehberg sowie viele Fotos der Gesteine von verschiedenen Steinbrüchen, die am Geopunkt Schannenbach zu sehen sind.
Geometer Röder erstellte in den Jahren 1837-1840 ein detailliertes Messbuch der Fluren um Beedenkirchen: "Meßbuch über die Flur- u. Gewannaufnahme der Gemarkung Beedenkirchen mit Wurzelbach"
Familienbücher dürfen nicht in der Schublade bleiben!
Im Juli 2021 traf ich mich mit Werner Bickelhaupt, Ulrich Kirschnick und Manfred Scharschmidt in Brandau. Dabei erhielt ich zahlreiche Informationen über das Dorf und seine Bewohner in früheren Zeiten.
Die wichtigsten Informationen über das Dorf und seine Bewohner und Bräuche liefern historische Quellen: bis 1875 wird Wichtiges in den Kirchenbüchern vermerkt, ab 1876 werden die Standesamtsregister eingeführt. Jedoch ist es - wie im Falle Johann Wilhelm Grimm - oft nicht leicht, aussagefähige Informationen zu finden. Auch heute noch sind nicht alle Daten der Standesämter online. Andere dagegen finden sich auf genealogy.net bzw. genealogienetz.de. Unter dem Direktlink https://www.online-ofb.de/brandau/ lassen sich alle Brandauer Familiennamen entdecken, zusätzlich zugezogener oder weggezogener Personen. Die Kirchenbücher (Brandau gehört zu Neunkirchen) konnten von 1635 bis 1910 ausgewertet werden.
Bedenkt man, daß der dreißigjährige Krieg (1618-1648) und die Pestepidemien im 17. Jahrhundert zum fast vollständigen Aussterben der Bevölkerung im Odenwald führte, reichen die schriftlichen Quellen somit genau bis zu einem Punkt null zurück. In Brandau hat nur eine von 55 Familien hat überlebt: ihr Name war Mink - heute ein weit verbreiteter Name in unserer Region. Möglicherweise überlebte eine weitere nicht belegte Familie.
Plan der kameralfiskalischen Wiesen in der Gemarkung Ernsthofen aus dem Jahr 1882, erstellt von Forstaccessist Walther im Auftrag des Forstamtes Ernsthofen. die Karte hat das Format 133x56cm und wurde als kolorierte Federzeichnung erstellt. Die Karte ist unter der Signatur P 1 Nr. 1752 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt zu sehen.