
Dieser Apfel aus rotem Granit ist in Beedenkirchen zu sehen vor den früheren Betriebsräumen der Firma Seeger Natursteine.

Und dieser hier fiel eines Tages vom Burgberg in Lindenfels in den Kurgarten!

Dieser Apfel aus rotem Granit ist in Beedenkirchen zu sehen vor den früheren Betriebsräumen der Firma Seeger Natursteine.

Und dieser hier fiel eines Tages vom Burgberg in Lindenfels in den Kurgarten!

Der RAD-Stein am Weinweg zwischen Gadernheim und Neunkircher Höhe, Foto G. Hogen
Das große Interesse am Stein des freiwilligen Arbeitsdienstes (FAD), der in einer unserer Heftausgaben vorgestellt wurde zeigt, dass Regionalgeschichte nach wie vor viele Menschen beschäftigt und fasziniert.
Vor etwa 100 Jahren wurden beide Bauwerke errichtet, der Kaiserturm im Jahr 1909, die Metzendorf-Kirche 1913. Dieser Bauboom brachte allen ortsansässigen Gewerken ein gutes Auskommen: Zimmerleuten, Schreinern, Klempnern, Fensterbauern - und vor allem den Steinhauern. Denn beide Gebäude sind aus Gadernheimer Granit errichtet, gebrochen in den umliegenden Steinbrüchen.
Überragt wird das Dorf Beedenkirchen von der Kirche aus dem Jahr 1669 - der ältesten Kirche der Gegend.

Die Beedenkirchener zogen beim Grenzgang 2018 mit Hartmut Krämer vom Grillplatz Allertshofen entlang der Dietzenbach die nordöstliche Grenze hinauf. Durch die Stegwiesen, den Engelgrund und die Tannäcker ging es zum Col de Beerbach, wo die Hutzelstraße die Grenze quert. Die Hutzelstraße hat ihren Namen von den Hutzelweibern, die im Spätherbst gedörrte Früchte in großen Körben zum Markt brachten. Zu Weihnachten und in der Winterszeit wurden diese dann als Energie- und Vitaminlieferanten gegessen. Die Hutzelstraße gehört zum Altstraßensystem, das z.B. Weinheim mit Dieburg verband. An dieser Verbindung stand auch das hübsche Fachwerkhäuschen zwischen Kolmbach und Gadernheim.

Der Beedenkirchener Grenzgang führte am Gehöft Kohlwiese und dem Krämerhof vorbei weiter zur Kuralpe. Während Beedenkirchen und Schmal-Beerbach eine eigene Gemarkung haben, gehört Wurzelbach zu Beedenkirchen. Das Jagdrevier reicht übrigens von Wurzelbach über die Kuralpe und den Felsberg bis zum Lauterner Knorz, wobei der Jagd weniger Tiere zum Opfer fallen als dem Straßenverkehr.
Marieta Hiller, 2018
Einige neuere Hintergründe über die Zeit, zu der die Römer hier im Odenwald waren, sind bei Egon Schallmayer zu finden.
Egon Schallmayer ist Hessischer Landesarchäologe und Leiter der Abteilung Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, außerdem Museumsleiter des Römerkastell Saalburg (Archäologischer Park), Saalburg 1 in 61350 Bad Homburg
Er muß es also genau wissen, und hier sind einige Auszüge aus seinem Büchlein "Der Limes - Geschichte einer Grenze", erschienen im C.H.Beck Verlag München 2006: - Das Wort Limes kommt nach Schallmayer nicht aus dem Etruskischen (wo es nach älterer Meinung "Ackerfurche" bedeutete), sondern ist Latein für limus = quer und it = gehend, also quergehend, querende Bahn. - Der Bau des Limes war Stimulans für die Völkerwanderungen, diese Grenze weckte Begehrlichkeiten (der Knochen liegt so lange unbeachtet, bis EIN Hund auf die Idee kommt, ihn zärtlich abzulecken....)
Es kam in Nano im Dezember 2008: Wissenschaftler sprechen von "spektakulärem" und "außergewöhnlichem" Fund
Hier lassen wir Kobold Kieselbart einmal für die „großen“ Menschen erzählen, denn er ist der Einzige, der die ganze Geschichte aus eigener Anschauung kennt:
„In grauer Vorzeit hausten nämlich wunderliche Gestalten in den Wäldern unseres Odenwaldes: Riesen und Kobolde, Drachen und Urpferdchen trieben allerlei Schabernack miteinander. Zum Glück gab es damals noch keine Menschen, denn die hätten sich gewaltig gefürchtet. Doch auch, als die ersten Menschen in den Odenwald kamen, hausten noch vereinzelte Exemplare jener Urzeitwesen im Wald - zwar nicht mehr viele, doch genug, um die armen Menschen zu erschrecken.
Wie schön wäre es, wenn der Name Lindenfels von der Linde auf dem Fels herstammen würde! Doch die zeigt sich erst im Wappen der Stadt. Ob in jenen lang vergangenen Zeiten, in denen zuerst die Burg auf dem Bergsporn über dem Schlierbachtal erbaut wurde, dann (vermutungsweise) die Gegenburg auf dem Alten Köpfchen und die Vorstadt, ob damals also eine Linde auf dem Bergsporn wuchs - das weiß niemand zu sagen.

Der besondere Stein Marmorit stammt von einem alten Riff, das vom Ozean in den Granitgrund gedrückt wurde, der Ozean zwischen Nord- und Südkontinent war 1000km breit. Das geschah im Karbon, vor etwa 340 Millionen Jahren.
Im Norden lag der Kontinent Avalonia, im Süden Armorica. Der Odenwald driftete 2-3cm pro Jahr nach Norden. Unter dem Odenwald ist der Boden des Ozeans. Das rheinische Schiefergebirge ist die oberste Schicht, die durch Kontinentverschiebung nach oben geschoben wurde. Der Altersunterschied zwischen dem Granit von Heidelberg zu dem der Grube Messel liegt bei 20 Mio Jahren, von Nord nach Süd wird der Stein immer jünger.
Man denke sich eine gerade Linie vom Borstein oberhalb Reichenbach bis zum Katzenstein in Raidelbach, mit einem leichten Knick nach Norden im Wald oberhalb des Hofgutes. Diese Linie geht mitten durch das Reichenbacher Zentrum, die Ev. Kirche steht genau dort, wo die Lauter sich einst durch den Quarz ihr Bett gegraben hat. Heute steht der Quarzgang als Naturdenkmal unter Schutz. An mehreren Stellen liegt er durch Verwitterung frei an der Oberfläche, so gehören Teufelsstein, der Steinbruch an der Körner-Eiche und weiter unterhalb Richtung Reichenbach, wo der Weg der Stille kreuzt, auf der anderen Seite der Hohenstein und der Katzenstein dazu.
Dierk Haase aus Beedenkirchen hat 2012 und 2013 zum Thema Familienstammbäume die Quellenlage studiert. Verblüfft war er, wie viel Informationen im Internet verfügbar sind. Es gebe wahrscheinlich nur wenige Orte in Deutschland, die u.a. aufgrund der ungeheuren Fleißarbeit eines Odenwälder Namensforschers so gut erschlossen sind wie Beedenkirchen.
Parallel zu dessen Arbeit liegen bereits vollkommene Familienstammbäume schriftlich vor aufgrund privater Initiativen einiger Bürgerinnen und Bürger von Beedenkirchen. Die Grundlage aller Stammbäume ist in den Kir-chenbüchern niedergeschrieben, die u.a. von Heimatforscher Kunz vor Jahrzehnten aufgearbeitet wurden und heute im Archiv der Kurpfalz Bibliothek Lorsch verfügbar sind. Auch Sekundärquellen über Konfessionshürden hinaus sind weitgehend erschlossen.
Dort, wo 1747 in einem einzigen Jahr die neue Kirche erbaut wurde, stand zuvor eine alte Kirche, die um 1430 erbaut worden war. Diese Vorgängerkirche war katholisch (1430-1747), die Reformation kam erst später in den Odenwald. Die "neue" Kirche mit ihren roten Kanten aus Sandstein aus dem östlichen Odenwald präsentiert sich als wichtiges Gotteshaus der damaligen Zeit: sie ist die erste große Kirche, wenn man aus Westen kommt: eigentlich ist sie für Reichenbach zu groß. Ihre Mauern sind 1,2 m dick und aus Granit gebaut.