Ernsthofen, - der Name rührt vom Hof des Ernestus, eines angesehenen fränkischen Erstsiedlers - birgt in seiner Ortsmitte ein historisches Wasserschloß. Da es seit vielen Jahren in Privatbesitz ist und nicht besichtigt werden kann, bleibt es meist unbemerkt. Von Claus Klenk erhielt ich nun zahlreiche historische Fotografien, die Sie weiter unten auf dieser Seite finden.
Wieder ein spannender Beitrag des Reichenbachers Walter Koepff, seit 50 Jahren als "rasender Reporter" im Lautertal unterwegs. Klar, daß Koepff auch im Redaktionsteam zur Festchronik "50 Jahre Lautertal" mitarbeitet. Hier dokumentiert er die aktuellen Arbeiten am Kirchturm der evangelischen Kirche in Reichenbach:
In der Münchner Gegend gab man früher den Bierfässern Namen: ein 200-Liter-Faß hieß Hirschen, kleinere Fässer nannte man Haserl, Füchslein oder Reherl.
Ein Reisebericht von Mick Schäfer, Fotograf. Zu seiner Seite mit weiteren Infos, Ausstellungsterminen und Geschenktipps auf odenwald-redaktion kommen Sie hier.
"Im Herbst war ich in Carrara und wollte zu den Marmorbrüchen in der Nähe, ein Kindheitstraum der endlich wahr wurde... Ein Geologe den ich dort zufällig traf hat mich mit ins Innere eines Berges genommen. Gradios!!
Wechselvoll ist die Geschichte unserer Heimatregion: Alle hatten ein Wörtchen mitzureden... ... nur die Bewohner nicht...
Vom heiligen römischen Reich Deutscher Nation über das Großherzogtum Hessen-Darmstadt zum Bundesland Hessen; vom Katholizismus zum reformatorischen, lutherischen oder evangelischen Glauben - die Wechsel im Odenwald fanden oft mehrmals innerhalb weniger Generationen statt. Die Einwohner, damals noch Untertanen genannt, hatten stets die Religion ihrer Herrschaft anzunehmen. Noch bis 1813 herrschte die Leibeigenschaft. Man konnte nicht einfach heiraten wen man wollte und nicht dorthin ziehen wo es einem gefiel.
Als ich mich mit verschiedenen Menschen unterhielt auf der Suche nach Hintergrund-Infos zur Blaufarbenfabrik Lautern, zum Kupferbergwerk Reichenbach oder zum Modautal-Eisenbahnbau, war ich auch zu Gast bei einer 94 Jahre alten Dame, die aus Raidelbach stammt. Sie hat ein Familienbuch, in das sie alle Geburten und Sterbefälle einträgt. So konnte sie mir über ihren Urgroßvater Heinrich Mink (*um 1850) berichten, der ab 1880 als Aufseher in der Blaufarbenfabrik tätig war. Das hatte ihr eine Großtante erzählt, die Direktorin der Bensheimer Post war und nach der Devise lebte „Wenn man so [vornehm] nicht essen will, kann man ja gleich zu den Kühen im Stall gehen“. Sie war recht vornehm, täglich kam das gute Geschirr auf den Tisch, sie trug immer gepflegte Kleidung, und die Schürze wurde nicht angezogen, sondern vorgelegt. Heinrich Mink ist verwandt mit den Reichenbacher Minks, die nach den Erinnerungen der alten Dame einst von drei Russen abstammten, die im 18. Jahrhundert nach dem Krieg in Reichenbach blieben und ihren Namen in Mink änderten.
Manch einer schafft es, seine Spuren zu verwischen: so war von einem Lithographen des 19. Jahrhunderts bislang kaum mehr als der Name van Hove und der Arbeitsort Offenbach bekannt. Spannend ist im Beitrag von Johann Heinrich Kumpf (derselbe, der auch das Buch des Dr. Klein von 1754 neu herausgab) dargelegt, wie die Vornamen des geheimnisvollen van Hove ans Licht kamen. Noch spannender aber ist die Geschichte, wie früher mit dem geistigen Eigentum anderer umgegangen wurde: „Abkupfern“ nennt man das auch. Abkupfern kommt aus dem Druckwesen: ein Autor fertigte zunächst eine Zeichnung oder Skizze an, die anschließend vom Kupferstecher zu einer Druckplatte gemacht wurde: seitenverkehrt stach der Kupferstecher alle Linien nach, danach konnten von der Platte beliebig viele Abzüge gedruckt werden. „Mein lieber Freund und Kupferstecher“ war also jemand, der Plagiate anfertigen konnte, Abzüge ohne Copyright.
Von bahnbrechender Mobilität zum Industriedenkmal innerhalb eines Jahrhunderts...
Für Industrieromantiker wie mich sind gerade die Bauwerke der Eisenbahn besonders interessant, gleich ob es hübsch restaurierte historische Gebäude und Anlagen sind oder malerische Ruinen. Die Einführung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert brachte einen Quantensprung in der Technologie: Mensch und Transportgut wurde plötzlich mobil - zu bezahlbaren Preisen und zuverlässigen Bedingungen!
Herbstfund: als die hohen Brennesseln am Wegrand abgestorben sind, tauchte - wie jedes Jahr - dieser zerbrochene Grabstein wieder auf: ein Mahnmal für unsere Vergänglichkeit, aber auch Zeugnis für die einst rege Steinbearbeitungsindustrie vor Ort. Trotzdem bleibt das Gefühl: dieser Stein an diesem Ort ist pietätlos der Verstorbenen gegenüber.
Unser Wort Haus kommt von Hube, ebenso wie das Wort Hof. Ein Hof konnte im Lauf der Geschichte verschiedene Ausprägung haben: im Amorbacher Urbar (1395/97) werden als Klosterbesitz curiae et areae genannt. Areae bezeichnete Fronhöfe. Sogar das Wort Hafen kommt ursprünglich von Hube. Hube (ahd huoba, mhd huobe) bezeichnete das für die Ernährung einer Familie erforderliche Flächenmaß an Acker- und Weideflächen. Unser Wort Nachbar kommt von 'der nahe Bauer'.
Ein großes Loch im Berg: Hinein in den Wachenberg - Vulkan, Steinbruch, einzigartiges Biotop - geologische Führung mit Franz Piva (Geopark- und Stadtführer), Karl Anthrakopoulos (Betriebsleiter des Steinbruchs und Ludwig Meitzler (Mineraloge)
Der Dichter Werner Bergengruen lebte eine Zeitlang in Lindenfels und sammelte Odenwälder Sagen - vor allem gruselige. Der Rodensteiner und das Wilde Heer faszinierte ihn besonders. Wenn ein Krieg sich ankündigte, so hörte man früher in der Nacht, als die Stuben noch von Kien und Kerzenlicht erhellt wurden, das Wilde Heer vom Schnellerts durch den Haalhof ziehen. Heute ruht im Wald still die Ruine der Schnellertsburg, und auf dem Haalhof rasseln allenfalls Kühe mit Ketten.
„Daß von Grabstätten und Kirchhöfen häufige Dünste in die Höhe steigen, das beweisen unter andern die an solchen Orten gewöhnlichen Lufterscheinungen, z.E. das dumme Feuer oder Irrwisch. Und daß dergleichen ganz subtile Dünste, die nicht alle Menschen oder Tiere, sondern nur diese und jene ganz besonders empfinden können...“ Das schrieb Amtsarzt Dr. Ludwig Gottfried Klein im Jahre 1754 in seinem Buch über die Odenwälder "...statt des Confekts fressen sie eine gute Portion Kartoffeln..."